Martin Schneider - »Wer, zur Hölle, ist Martin Schneider?« werden jetzt einige von Euch fragen. Glaubt mir, ich würde sehr gerne mit Euch tauschen. Über ihn gibt’s auch gar nicht viel zu berichten. Zum Aussehen: M. S. ist optisch gefünftelt, das heißt, sein Kopf und sein Hals nehmen zwei Fünftel, sein Thorax ebenfalls zwei und die Beine ein Fünftel seiner Gesamtlänge ein. Die absolute Elite des germanischen Humors, wie beispielsweise Profitlich, von Sinnen, Köster oder ähnliche Koryphäen, würden sich an dieser Stelle auf gar keinen Fall die zum Brüllen witzige Anmerkung nehmen lassen, daß M. S. noch alle 32 Zähne besitzt, und zwar alle oben, hahaha. Nichts gegen diesen Gag, er war wirklich mal gut. Mein Opa berichtete mir, daß ihm, als er ihn erstmalig hörte, vor Lachen der Schnuller aus dem Mund geflutscht ist.

Wer jetzt denkt, daß M. S. aussieht wie eine Hyäne, die gerade versucht, einen großen Holznußknacker senkrecht zu verschlingen, kommt der Realität schon sehr nahe. Kurz: Schneider ist stolzer Besitzer einer bemitleidenswerten Hackfresse, und das ist in dem Land, dem in grauer Vorzeit der Ruf anhaftete, Heimat für Dichter und Denker zu sein, auch schon die Hälfte seines Erfolges.

Die zweite Hälfte, klar, muß an dieser Stelle eigentlich nicht weiter erwähnt werden, ich mach’s auch nur, weil sein Sprachfehler von dem seiner Kollegen variiert, ist auch bei ihm die Unfähigkeit, die deutsche Sprache annähernd unfallfrei zu artikulieren. Er betritt die Bühne und spricht wie folgt:

»Halloooo, isch bin dä Maddiiiin«.

Für diesen Satz benötigt er ungefähr die doppelte Menge an Zeit, die Rüdiger Hoffmann bräuchte, um das Lied von der Glocke zu rezitieren. Dabei rollt er die Augen, und das Publikum tobt, weil es das rasend witzig, sorry: widzisch findet.

Damit ist die erste Hälfte seines Programms auch schon abgefrühstückt, vor Genuß der zweiten habe ich bislang immer rechtzeitig die Fernbedienung betätigen können.

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